Branche · Klimawandel & Schädlinge

Klimawandel: Neue Schädlinge in Deutschland

Welche invasiven Arten sich ausbreiten, was das für Schädlingsbekämpfer bedeutet und wie man reagiert.

Temperatur treibt Ausbreitung

Seit 1900 ist die Durchschnittstemperatur in Deutschland um ca. 1,6°C gestiegen – mehr als der globale Schnitt. Wärmere Sommer und mildere Winter ermöglichen subtropischen und invasiven Arten, sich dauerhaft zu etablieren. Prognosen rechnen bis 2050 mit weiteren 1–2°C.

Neue invasive Schädlinge in Deutschland (Auswahl)

Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)

Herkunft: Südostasien
Status: Etabliert in Süddeutschland, breitet sich nordwärts aus
Risiko: Überträger von Dengue, Chikungunya, Zika – ernsthafte Gesundheitsgefahr
Maßnahme: Stehende Gewässer beseitigen, professionelle Bekämpfung mit zugelassenen Larviziden

Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

Herkunft: Ostasien
Status: Inzwischen in ganz Deutschland nachgewiesen
Risiko: Bedrohung für Honigbienen, Stichgefahr für Menschen
Maßnahme: Neststandorte melden, Entfernung nur durch Fachbetriebe

Mittelmeer-Feldmaus (Microtus duodecimcostatus)

Herkunft: Mediterran
Status: Erste Populationen in Südwestdeutschland
Risiko: Schäden an Ernte und unterirdischer Infrastruktur
Maßnahme: Frühzeitige Bodenbearbeitung, Fallen, Monitoring

Japanischer Stinkwanzen-Komplex

Herkunft: Ostasien
Status: In West- und Süddeutschland verbreitet
Risiko: Ernteausfälle, Masseneinzüge in Gebäude im Herbst
Maßnahme: Abdichtung von Gebäudeöffnungen, Pheromonfallen am Eingang
Bereits etablierte Arten werden aktiver
  • Ratten: Ganzjährig aktiv durch mildere Winter, schnellere Populationsdynamik
  • Kakerlaken: Überleben auch außerhalb beheizter Gebäude in Wärmeinseln
  • Vorratsmotten: Verlängerte Flugzeiten, mehr Generationen pro Jahr
  • Bettwanzen: Häufigere Reiseaktivitäten und Handelsströme fördern Verbreitung

Häufige Fragen

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