Alle Anforderungen des IFS Food 8 (2023) zum Thema Schädlingsmanagement — mit Bewertungsleveln, Audit-Tipps und Checkliste für die Auditvorbereitung.
Ein dokumentiertes, risikobasiertes Schädlingsbekämpfungsprogramm muss vorliegen, das alle Produktions- und Lagerbereiche abdeckt.
MajorDer Betrieb muss entweder durch eigenes geschultes Personal oder durch externe Fachkräfte Schädlingsbekämpfung durchführen. Sachkundenachweise müssen vorliegen.
MajorAlle eingesetzten Biozide müssen für Lebensmittelbereiche zugelassen sein und nach nationalen Vorschriften eingesetzt werden (Zulassungsnummer, Produktdatenblatt).
KOAlle Inspektionen und Korrektivmaßnahmen müssen vollständig schriftlich dokumentiert sein. Fehlende Dokumentation gilt als Major Nonconformity.
MajorBei Befallfeststellung: Befallsquelle ermitteln, Korrektivmaßnahmen einleiten, Wiederholungsprophylaxe dokumentieren. Eskalationsprotokoll muss definiert sein.
MajorAuditoren verlangen Protokolle auf Zuruf — digitale Dokumentation ist hier klar im Vorteil.
Ältere als 12 Monate oder nach Umbau nicht aktualisierte Pläne gelten als Mangel.
Nicht nur der Betriebsinhaber — alle eingesetzten Techniker brauchen §9 ChemG Nachweis.
Produkt, Zulassungsnummer, Menge, Ort, Datum, Techniker — fehlt ein Feld, gibt es Abzüge.
Allgemeine Maßnahmen ohne Datum und Namen reichen nicht — Auditoren prüfen dies explizit.
IFS Food 8 erwartet eine Auswertung, ob Befallstrends erkannt und Maßnahmen angepasst wurden.
IFS Food 8 bringt deutlich stärkeren Fokus auf Lebensmittelkriminalität (Food Defense), nachhaltige Lieferketten und digitale Dokumentation. Im Schädlingsbereich wurden die Anforderungen an Trend-Analysen, Risikobewertungen und die Reaktionszeiten bei Korrektivmaßnahmen verschärft. Zertifizierungen nach IFS Food 7 sind seit März 2024 nicht mehr anerkannt.
Ja — IFS Food 8 erlaubt eigenes Schädlingsbekämpfungspersonal. Dieses muss jedoch nachweislich geschult sein (§9 ChemG Sachkundennachweis) und alle Dokumentationspflichten erfüllen. In der Praxis nutzen die meisten Betriebe externe Dienstleister, da deren Sachkunde und Ausrüstung auditfähig vordokumentiert ist.
IFS Food 8 Audits sind jährlich verpflichtend. Bei kritischen Abweichungen (Major oder KO) kann ein Follow-up-Audit innerhalb von 28 Tagen (bei Major) oder sofort (bei KO) angesetzt werden. "Unannounced Audits" (Überraschungsaudits) sind möglich und werden von einigen Handelspartnern gefordert.
Eine lebende Schabe in der Produktionszone ist typischerweise ein automatisches KO-Kriterium, was zum Nichtbestehen des Audits führt. Befunde in Nebenbereichen (Sozialräume, Keller) werden je nach Dokumentationslage als Major oder Minor bewertet. Mit vollständiger Dokumentation (Protokoll, sofortige Korrektivmaßnahme) kann die Bewertung positiver ausfallen.
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